
Raus aus dem Stundenplan, rein in das echte Leben. Zwei Tage lang hieß es an unserer Gesamtschule: Kein normaler Unterricht, dafür neue Perspektiven, kreative Ideen und hautnahe Begegnungen mit Mutmachern. Am 4. und 5. Februar 2026 fanden an unserer Gesamtschule die diesjährigen Projekttage unter dem Leitmotto „Schule gegen Rassismus. Schule mit Courage“ statt. Zwei Tage lang beschäftigten sich die Schüler:innen aller Jahrgänge intensiv mit gesellschaftlich relevanten Themen, kreativen Ausdrucksformen und persönlichen Perspektiven. Unterstützt wurden sie dabei von zahlreichen externen Referent:innen, Künstler:innen und engagierten Partner:innen aus unterschiedlichen Bereichen.
Den Auftakt bildete am Mittwochmorgen eine Einführungsveranstaltung in der Mensa. Als Projektpate eröffnete Friedhelm Julius Beucher, Ehrenpräsident des Deutschen Behindertensportverbands, die Projekttage mit einer eindrucksvollen Rede. Seine persönlichen Erfahrungen und sein Engagement für Inklusion setzten einen wichtigen inhaltlichen Rahmen für die kommenden Tage.
Für die 7. Klassen wurde es danach besonders spannend: In der Bibliothek trafen die Schüler:innenauf die Para-Athlet:innen Kim Vaske und Jörg Frischmann, die ehrlich von ihrem Leben, ihrem Leistungssport und ihren Erfahrungen mit ihren Behinderungen erzählten. Die Gespräche zeigten eindrucksvoll, dass Grenzen oft nur im Kopf existieren und dass Durchhaltevermögen, Mut und Leidenschaft unglaublich viel bewegen können. Ein ganz absolutes Highlight war Herr Isenhardt, der gemeinsam mit seiner Blindenhündin Ronja unsere Schule besuchte und die Schüler:innen über seine Erkrankung informierte. Besonders bewundernswert war seine Offenheit gegenüber den alltäglichen Herausforderungen, die für Unbetroffene oft übersehen werden. Er beantwortete die Fragen aller interessierten Schüler:innen und erklärte verschiedene Hilfsmittel, die ihn in seinem Alltag unterstützen.
In der Oberstufe konnten die Schüler:innen aus verschiedenen Workshops selbst wählen, worauf sie Lust hatten und genau das machte die Workshops in der Erarbeitungsphase so wertvoll. Sowohl in den einzelnen Projekten in unserem Schulgebäude als auch auf der Exkursion zu der Gedenkstätte in Vogelsang standen vor allem die Themen Diskriminierung und Ausgrenzung im Vordergrund und leiteten die Schüler:innen zur Selbstreflexion an. Der Anti-Bias-Workshop in Kooperation mit der Caritas Oberberg regte zur kritischen Auseinandersetzung mit Vorurteilen und eigenen Denkmustern an. Kreativ wurde es in den Comic- und Theaterworkshops, in denen sich die Jugendlichen mithilfe von Theaterimpulsen und gestalterischen Methoden mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzten.
Parallel dazu fand ein Band-Camp für die Sekundarstufe I und II statt, bei dem Musikfans voll auf ihre Kosten kamen: Gemeinsam proben, Songs entwickeln und als Gruppe zusammenwachsen. Im Fokus stand hierbei nicht nur das reine Produzieren von Musik, sondern echtes Teamgefühl zu erleben und gemeinsam etwas zu entwickeln, an dem sich alle bereichernd einbringen können.
In den anderen Jahrgängen wurden die Projekttage für unterschiedliche Schwerpunkte und Zielsetzungen genutzt. So haben die fünften Klassen insbesondere die Vielfalt in den Kinderbüchern untersucht und im sechsten Jahrgang wurde das Ziel, gemeinsam Klasse zu sein, vertieft. Die höheren Stufen der achten, neunten und zehnten Klassen nahmen an speziell zugeschnittenen Workshops und Exkursionen teil, die die soziale Verantwortung und die persönliche Orientierung thematisierten.
Was diese Tage für unsere Schülerschaft so besonders gemacht hat, waren nicht nur die Themen, sondern vor allem die Menschen: Unser herzlicher Dank gilt allen engagierten externen Referent:innen, die ihre Erfahrungen teilten und damit maßgeblich zu dem Erfolg der Projekttage 2026 beigetragen haben.
Die Projekttage 2026 haben uns als Schulgemeinschaft gezeigt, wie wertvoll projektorientiertes Lernen ist. Manchmal entsteht es im Gespräch, bei dem gemeinsamen Gruppenarbeiten oder in der Pause danach und genau das macht es besonders. Wir blicken auf zwei intensive, aber nachhaltig beeindruckende und inspirierende Tage zurück und freuen uns darauf, das erworbene Wissen in unseren Schulalltag zu integrieren und gemeinsam einen starken Start in das neue Schulhalbjahr hinzulegen.
Autorinnen: Das Team der Öffentlichkeitsarbeit